Events & Specials
MONTAG BIS SAMSTAG
15. BIS 20. OKTOBER 2018

Plattenladenwoche X

Das Jubiläum bricht mit Traditionen

Vom 15. bis 20. Oktober 2018 findet wieder die Plattenladenwoche statt – und das bereits zum zehnten Mal! Zum Jubiläum wirft die Plattenladenwoche einen Blick zurück auf ihre Geschichte seit 2009. Schirmherr der Kampagne ist in diesem Jahr der irische Sänger und Songwriter Rea Garvey.

Die Welt braucht Plattenläden – auch im Jahre 2018, auch und gerade in einer Welt, in der es scheint, als sei alle Musik der Welt überall sofort verfügbar. In Zeiten digitaler Dauerbeschallung ist der Plattenladen der Ort der Entschleunigung. Hier gibt es Beratung und Empfehlungen von Mensch zu Mensch. Es mag paradox klingen, aber dennoch: Eine Schallplatte und ein Stream können dieselbe Musik enthalten, es ist trotzdem nicht das Gleiche. Der physische Tonträger zwingt dazu, sich Zeit zu nehmen, und gibt einem so die Gelegenheit, Musik bewusster zu hören. Und als Bonus oben drauf gibt es Haptik und Covergestaltung, durch die eine Aneinanderreihung von Songs ein multisensorisches Gesamtkunstwerk namens „Album“ wird. Diese Kunstwerke stehen in den Plattenläden im Mittelpunkt.

120 Läden aus 70 Städten nehmen teil

Die Plattenläden wiederum und die Musikprofis, die dort arbeiten, stehen bei der Plattenladenwoche im Mittelpunkt. Seit 2009 gibt es die Kampagne von Plattenläden für Plattenläden. Events wie intime Konzerte im Plattenladen sowie limitierte Sonderveröffentlichungen, die es exklusiv nur in den teilnehmenden Läden gibt, locken seitdem jeden Herbst die Musikfans in die Plattenläden. Rund 120 Plattenläden und Klassikfachhändler in über 70 Städten deutschlandweit nehmen auch dieses Jahr an der Kampagne teil. Unterstützung bekommen die Läden dabei von vielen Bands, Musikern und Künstlern, sei es durch Videobotschaften, Auftritte im Plattenladen oder gar eine offizielle Funktion wie die des Schirmherrn. Dies ist 2018 Rea Garvey. Der irische Sänger und Songwriter ist seit über 20 Jahren erfolgreich, seinen Durchbruch feierte er mit der Band Reamonn, seit 2011 ist er auch als Solokünstler unterwegs. Im März ist mit „Neon“ sein drittes Album erschienen.

Ins Leben gerufen hat die Plattenladenwoche der Fachhändlerverbund AMM, ein Zusammenschluss von unabhängigen Plattenläden in ganz Deutschland. Im Oktober 2009 organisierte der AMM die erste Plattenladenwoche. „Offen gestanden hätten wir bei der Premiere 2009 wahrscheinlich selbst nicht gedacht, dass wir die Plattenladenwoche zehnmal organisieren“, gesteht AMM-Geschäftsführer Marcus-Johannes Heinz, „und dann auch noch mit jährlich wachsendem Erfolg.“ 2009 wurden in Deutschland rund 500.000 Schallplatten verkauft, 2017 lag diese Zahl bei 3,3 Millionen, ein Marktanteil von 4,4%.

Jazz, Klassik und Rock: drei Konzerte zur Eröffnung

Zum Jubiläum bricht die Plattenladenwoche jetzt mit zwei Traditionen. Zum einen gibt sich die Kampagne kein musikalisches Specialthema, sondern spricht unter der Headline „Plattenladenwoche X“ über sich selbst. Zum anderen gibt es 2018 kein Eröffnungskonzert – sondern davon gleich drei! Am Montag, 15. Oktober, werden Klassik-Pianist Martin Stadtfeld (in München), Jazz-Trompeter Nils Wülker (in Berlin) und die Rockband Brett (in Hamburg) parallel die Plattenladenwoche eröffnen – drei Acts, die in ihrer Unterschiedlichkeit exemplarisch für die Bandbreite und Vielfalt der teilnehmenden Plattenläden stehen.

Der Dreiklang zur Eröffnung ist dabei nur der Auftakt zu einer Woche voll guter Musik, kreativer Aktionen und mitreißender Events in den teilnehmenden Plattenläden. Ein Besuch im Plattenladen lohnt sich immer, aber zur Plattenladenwoche eben noch ein bisschen mehr.

Plattenladenwoche X:
Interview mit Marcus-Johannes Heinz, AMM-Geschäftsführer

Die Plattenladenwoche findet vom 15. bis 20. Oktober 2018 bereits zum zehnten Mal statt. Organisiert wird sie vom Fachhändlerverbund AMM. Dessen Geschäftsführer Marcus-Johannes Heinz erzählt im Interview, warum es diese Kampagne braucht, wie sie sich entwickelt hat und was der besondere Reiz von Vinyl ist.

Herr Heinz, mehr als 50% des Musik-Umsatzes werden mittlerweile digital gemacht. Wofür braucht es da überhaupt noch Plattenläden und eine Plattenladenwoche? Ist das Geschäftsmodell „Tonträgerhandel“ nicht mittlerweile schon von vorgestern?

Ja, mit dem ersten Halbjahr sind es erstmals mehr als 50% digital. Aber es bleiben rund 45% physisch. Und die werden nicht nur über Online-Handel generiert, sondern auch in Märkten und Plattenläden, weil es auch heute noch Kunden gibt, die gerne stöbern und sich live inspirieren lassen wollen. Zur Jahreshälfte ist der physische Anteil ohnehin stets niedriger als zum Jahresende, da es im Sommer an prominenten Veröffentlichungen mangelt. Weil oft der Eindruck erweckt wird, es drehe sich alles nur noch um Digitales, ist eine bundesweite Kampagne wie die Plattenladenwoche wichtiger denn je. Die Zeit wird nicht zurückgedreht. Die meisten Plattenläden wurden zwar „vorgestern“ gegründet, sind aber inzwischen moderne Einzelhandelsunternehmen, viele mit eigenen Webshops, viele aktiv im Social Web.

Vinyl boomt nach wie vor, seit 2009 hat der Umsatz mit Schallplatten sich von neun auf 74 Millionen Euro gesteigert. Was macht den Reiz dieses Formats aus, das doch eigentlich schon tot war?

Für manchen mag es das Knistern sein, von dem oft zu lesen oder hören ist, das sich aber durchaus vermeiden lässt. Wirklich besonders ist aber die Klangqualität einer Schallplatte. Und Vinyl ist nachhaltig, es treten keine Auflösungserscheinungen auf. Nicht zu vergessen die besondere Konzentration, die Ruhe beim Auflegen – und beim Wenden der Platte. Das ist ein viel bewussteres Hören. Zudem bietet das deutlich größere Format von Cover und Booklet künstlerischer Gestaltung viel größeren Raum.

2009 wurde die Plattenladenwoche ins Leben gerufen. Was waren die Beweggründe dafür?

Damals sprachen alle nur noch über Downloads und MP3. 89% der rund 1,6 Milliarden Euro Umsatz in der deutschen Musikindustrie wurden damals allerdings mit physischen Tonträgern gemacht, die CD war unangefochten das stärkste Format. Im Jahr zuvor hatte in den USA der erste Record Store Day stattgefunden, an dem es darum ging, streng limitierte Sonderausgaben zu verkaufen. Und die Plattenladenwoche wollte nicht nur Limited Editions verkaufen, sondern mit Events und Plattenladenkonzerten das „Einkaufserlebnis Plattenladen“ betonen. Schließlich gab und gibt es nirgends sonst eine so facettenreiche Plattenladenkultur wie in Deutschland, auch im Hinblick auf unterschiedlichste Genreausrichtung. Ziel war es also, mit einer breit angelegten Image-Kampagne mediale Aufmerksamkeit zu erzeugen und Plattenläden und ihre Bedeutung für die Handels- und Kulturlandschaft stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu bringen.

2018 findet die Plattenladenwoche zum zehnten Mal statt. Wie hat sich die Kampagne in dieser Zeit verändert?

Als wir die Plattenladenwoche ins Leben gerufen haben, war Vinyl für tot erklärt. Heute ist Vinyl trotz jährlicher Wachstumsraten im zweistelligen Prozentbereich zwar nach wie vor nicht das führende Format, aber das faszinierendste. Vinyl ist im Mainstream angekommen und gehört zum Lifestyle. Wir haben weitere Plattenläden für die Kampagne gewinnen können, im Zuge des Vinyl-Comebacks sogar neu gegründete. Mit dem dritten Jahr haben wir ein Schwerpunktthema für jedes Jahr eingeführt. 2012 hat uns die Deutsche Phono-Akademie für die Plattenladenwoche mit einem ECHO ausgezeichnet. Das hat uns und Plattenläden neue Türen geöffnet. Als händlereigene Gesellschaft wirken wir ja außerhalb der Branche eher im Stillen; im Vordergrund stehen bei all unseren Marketingaktivitäten gegenüber dem Konsumenten unsere Händler. 2013 haben wir einen eigenen Song geschrieben bekommen, „Die Läden mit den geilen Scheiben“ von Stefan Gwildis. Wir haben ab 2014 passend zum jeweiligen Schwerpunktthema prominente offizielle Botschafter gewinnen können (Bela B., The BossHoss, Revolverheld und Johannes Oerding). Die Kampagne ist kontinuierlich gewachsen und bedient sich heute selbstverständlich auch der zeitgemäßen Präsenz im Social Web. Hatte die Plattenladenwoche anfangs etwa 10 Millionen mediale Kontakte erreicht, sind es inzwischen jährlich rund 30 Millionen.

Es gibt schätzungsweise 250 bis 300 Plattenläden in Deutschland, rund 120 Läden in über 70 Städten deutschlandweit nehmen an der Plattenladenwoche teil. Warum macht nicht jeder Plattenladen mit?

Die Frage ist an die Plattenläden zu richten, die bislang nicht mitmachen. Wir erheben keine Teilnahmegebühr. Verlangt wird lediglich, zur Verfügung gestelltes Deko- bzw. Promomaterial einzusetzen, exklusive Produkte des entsprechenden Schwerpunkt-Genres angemessen zu führen und ausschließlich stationär anzubieten. Das ist schon alles.

Wo sehen Sie die Plattenladenwoche und die teilnehmenden Plattenläden in fünf bis zehn Jahren?

Ich bin davon überzeugt, dass es auch in fünf oder gar zehn Jahren noch Plattenläden geben wird. Ob die Plattenladenkultur in ihrer jetzigen Größe und Vielfalt noch trägt, wird von uns allen abhängen ebenso wie von der Musikindustrie und der Politik.

Das Thema Vinyl zeigt uns, wie schwierig es ist, in unserem Metier fünf oder gar zehn Jahre vorauszuschauen. Wer vor ein paar Jahren vorausgesagt hätte, welchen Stellenwert Vinyl wieder einnehmen würde, wäre vermutlich als Spinner abgetan worden.

Fans für Haptisches und persönlichen Austausch über Musik wird es immer geben. Plattenläden haben allerdings wie alle anderen unabhängigen stationären Fachhändler auch viel höhere Kosten als Mitbewerber-Ketten. Zudem können sie sich nicht fragwürdiger Steuer- und sonstiger Tricks bedienen. Und sie sind vor allem darauf angewiesen, ordentlich kalkulieren zu können. Andernorts, wo Tonträger zum Einkaufspreis verschleudert werden, dienen selbige nur noch als Frequenzbringer, Geld wird mit anderen Waren verdient. Das Fatale daran: Beim Endverbraucher hat sich vielfach ein viel zu niedriger Preis als Maßstab festgesetzt.

Und wenn wir mal über Plattenläden hinaus schauen: Inzwischen fällt dem ein oder anderen schon auf, dass unsere Innenstädte zunehmend an Profil verlieren, wenn nur noch die immer gleichen Filialisten nach Schema F präsent sind und individueller Charme spezieller Läden verloren geht, und dass das Leben über Smartphone nicht alles sein kann.

Die Plattenladenwoche ist eine Kampagne von Plattenläden für Plattenläden, und wir als ihr Initiator und Organisator sind eine händlereigene Gesellschaft. Insofern hängt es also davon ab, wie sich sowohl die Konsumgewohnheiten als auch die Rahmenbedingungen weiterentwickeln.

Rea Carvey Rea Carvey

In der deutschen Musiklandschaft gehört Rea Garvey jetzt schon eine ganze Weile zu den Wahrzeichen und Orientierungspunkten. Um die Jahrtausendwende verschlug es den Iren nach Deutschland, per Zeitungsannonce suchte und fand er musikalische Mitstreiter. Die Band, die daraus entstand, erhielt den Namen Reamonn, prägte mit Songs wie „Supergirl“ oder „Tonight“ den Sound des frühen Millenniums und spielte in Berlin sogar als „Vorband“ von Barack Obama, als dieser noch Präsidentschaftskandidat war. Schon während Reamonn-Zeiten glänzte Garvey etwa mit „All Good Things (Come To An End)“ mit Nelly Furtado bereits als Solo-Interpret, erst recht nachdem sich die Band zur Ruhe gesetzt hatte: Jedes seiner bislang vier Solo-Alben landete in den Top 5 der deutschen Album-Charts.

Nebenbei findet der Gitarrist und Songwriter auch noch die Zeit, als Juror bei „The Voice Of Germany“ zu überzeugen oder als Gast bei „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ zu glänzen – von seinem vielfältigen sozialen Engagement, für das er unter anderem einen Ehren-ECHO und einen Bambi entgegennehmen durfte, ganz zu schweigen. In der Tat: Aus der deutschen Musiklandschaft ist Rea Garvey nicht wegzudenken.

Im März ist Rea Garveys aktuelles Album „Neon“ erschienen. Ein hoffnungsvolles Album, mit dem der 45-Jährige bewusst seine Komfortzone verlässt und mit Produzent Imran „Abaz“ Abbas oder Kool Savas mit Größen der deutschen Rap-Szene zusammen arbeitet. Für die zehnte Plattenladenwoche vom 15. bis 20. Oktober fungiert Garvey als Schirmherr. „Rea Garvey besticht durch musikalische Vielseitigkeit, genießt über Alters- und Genregrenzen hinweg Anerkennung, ist trotz aller Erfolge bodenständig geblieben und nimmt sich zudem noch die Zeit, sich für wohltätige Zwecke einzusetzen“, meint Marcus-Johannes Heinz, Geschäftsführer des Plattenladenwochen-Organisators AMM, „alles in allem können wir uns für 2018 keinen besseren Schirmherrn wünschen.“

Nils Wülkers Nils Wülkers

In Jazz-Kreisen muss man den Mann nicht mehr vorstellen: Nils Wülker, Jahrgang 1977, spielt seit seinem zehnten Lebensjahr Trompete. Zum Jazz fand er in den Neunzigern über das Herbie-Hancock- und Freddie-Hubbard-Sample im Song „Cantaloop (Flip Fantasia)“ der Band Us3, später wurde er besonders stark vom vielfältigen Schaffen eines Miles Davis beeinflusst. Mittlerweile dürfte Wülker selbst derjenige sein, der Jüngere Trompeter beeinflusst, auf dem sprichwörtlichen Kaminsims steht neben einem ECHO JAZZ und zwei German Jazz Awards auch der Hamburger Musikpreis HANS als „Hamburger Musiker des Jahres 2015“.

Als „Songwriter mit der Trompete“ charakterisierte ihn einst seine Plattenfirma, und das ist ziemlich zutreffend: Nils Wülker pflegt einen recht eingängigen und intuitiv anscheinenden Stil, sein Trompetenklang ist wie eine Stimme, die in einer universell verständlichen Sprache singt. Und auch die Gesangsgäste auf seinen beiden jüngsten Alben – unter anderem Max Mutzke, Marteria oder Xavier Naidoo – fügen sich unabhängig von ihrem musikalischen Background harmonisch in den Sound ein.

Ende September erscheint ‚Decade – Live‘, das mittlerweile zehnte Album in Nils Wülkers Diskographie und das erste Live-Album. Sein musikalischer Weg wird in den 13 Stücken – allesamt Eigenkompositionen – eindrucksvoll auf den Punkt gebracht, mit Songs von vier Alben, aufgenommen bei drei Konzerten auf zwei Deutschland-Tourneen.

Nils Wülkers Martin Stadtfeld

„Bach ist für mich der Ausgangspunkt für alle Musik, die danach kommt, denn bei jedem Komponisten gibt es einen Bezug zu Bach“, sagte Martin Stadtfeld einmal im Interview. Er sollte es wissen, denn auf Interpretenseite gilt der Pianist unstrittig als einer der führenden Experten in Sachen Johann Sebastian Bach: 2002 gewann Stadtfeld – damals 22-jährig – den ersten Preis beim Internationalen Bach-Wettbewerb in Leipzig. Sein CD-Debüt gab er 2003 mit einer Einspielung der Goldberg-Variationen – die Kritiker überboten sich mit ihren Lobeshymnen, das Album landete direkt auf Platz 1 der Klassik-Charts. Und drei seiner vier Klassik-Echos verdiente er sich mit Bach-Werken.

So sollte es auch nicht verwundern, dass auch Martin Stadtfelds aktuelle Veröffentlichung sich um Bach dreht, wenn auch ein wenig freier als zuvor: „Homage To Bach“ ist der Titel von Stadtfelds neuer CD, die neben einer Bearbeitung der Chaconne aus der d-Moll-Partita für Solovioline (BWV 1004) auch eine zwölfteilige Eigenkomposition enthält, die aus Stadtfelds Improvisationen in Konzerten und auf der Basis seiner Auseinandersetzung mit dem Spätwerk Bachs erwachsen ist. Mehr als nur ein Bezug zu Bach beim Komponisten Martin Stadtfeld.

Zur Eröffnung der Plattenladenwoche wird Martin Stadtfeld am Montag, 15. Oktober, bei Ludwig Beck – Kaufhaus der Sinne in München zu Gast sein und dort sein neues Album vorstellen, das wenige Tage vorher erscheint.

Brat Brat

Wie man es auch dreht und wendet: „Ein schöner Tag (schade, dass Krieg ist)“ ist definitiv eine der besseren ersten Zeilen eines Albums. Der gleichnamige Song eröffnet das Debütalbum der Hamburger Band BRETT. Anfang 2018 ist der Erstling ‚WutKitsch‘ beim renommierten Chimperator-Label erschienen und wurde mit Genre-Einordnungen wie „Neo-Krautrock“ oder „Siebziger trifft Stoner“ bedacht. Das trifft es bei zwei, drei Songs zwar ganz gut, bei den übrigen acht Songs des Albums dann aber weniger bis gar nicht.

Fest steht: BRETT machen Rock und tragen diesen so direkt, kompromisslos und breitbeinig vor, dass man sich fragt, ob das noch jugendliche Selbstüberschätzung oder gesundes Selbstbewusstsein ist. Es gibt allerdings einige Hinweise auf letzteres. Zum Beispiel, dass die vier zwar hörbar eine Haltung haben, jedoch angenehmerweise in ihren Texten dann doch lieber Fragen aufwerfen, die der Hörer für sich selbst beantworten kann. Oder dass der „Do It Yourself“-Gedanke so weit geht, dass bei der Albumaufnahme Verstärker zum Einsatz kamen, die die Band in der „Hebebühne“ – einer ehemaligen Autowerkstatt, die BRETT in ein Kreativ- und Veranstaltungszentrum umgebaut haben – selbst konstruiert haben. Und nicht zuletzt das beteiligte Personal: Franz Plasa, als Produzent unter anderem für Udo Lindenberg, Selig oder Rio Reiser tätig, hat nicht nur das Debütalbum produziert, sondern begleitet BRETT schon seit Beginn ihrer künstlerischen Reise.

Frisch nominiert als „Hoffnungstvollste*r Newcomer*in“ für den Preis für Popkultur 2018, bestreitet BRETT eines von drei Eröffnungskonzerten der Plattenladenwoche: Am Montag, 15. Oktober 2018, wird BRETT bei Michelle Records in Hamburg live zu hören sein.

Events

www.plattenladenwoche.de/events2018

Special Releases

www.plattenladenwoche.de/specialreleases2018

Teilnehmende Plattenläden

www.plattenladenwoche.de/plattenlaeden

Plattenladenwoche X:
Ein Blick zurück nach vorne

Wir schreiben das Jahr 2009: 89% der rund 1,6 Milliarden Euro Umsatz in der deutschen Musikindustrie werden mit physischen Tonträgern gemacht, die CD ist die unangefochtene Königin der Formate – trotzdem sprechen alle nur noch über Downloads und MP3. In genau diesem Klima beschließt der Fachhändlerverbund AMM, eine jährliche Kampagne namens „Plattenladenwoche“ ins Leben zu rufen.

Naheliegend war das nicht unbedingt: Die neun Millionen Euro, die 2009 mit dem Verkauf von ca. 500.000 Schallplatten umgesetzt wurden, entsprachen einem Marktanteil von 0,6%. Selbst wohlwollende Branchenvertreter gaben dem Format noch drei, vielleicht vier Jahre. Dennoch gab es auch schon Gegenbewegungen: Im Jahr zuvor fand in den USA erstmals der Record Store Day statt, der sich wiederum den Free Comic Book Day (seit 2002) zum Vorbild genommen hatte. Die Plattenläden in der USA wollten jedoch keine Gratis-Ausgaben verschenken wie beim Free Comic Book Day, sondern streng limitierte Sonderausgaben verkaufen. Und die Plattenladenwoche wiederum wollte nicht nur Limited Editions verkaufen, sondern mit Events und Plattenladenkonzerten das „Einkaufserlebnis Plattenladen“ betonen, Künstler sollten nicht nur als Stars, sondern insbesondere als Musikfans portraitiert werden und aus dieser Perspektive für den Besuch im Plattenladen werben.

Ende Oktober schließlich war es dann soweit: 113 Läden in 73 Städten deutschlandweit nahmen an der Premiere teil, damals noch von Freitag bis Freitag. 66 Events und 30 Sonderveröffentlichungen – elf davon auf dem damaligen „Königsformat“ CD – lockten während der Plattenladenwoche in die teilnehmenden Läden. Unter diesen befanden sich auch viele Klassikfachhändler, die von Anfang an in die Kampagne einbezogen wurden – mit eigenen Veranstaltungen und eigenen Sonderveröffentlichungen. Das Feedback des Handels: größtenteils positiv. Viele berichteten von einem Motivationsschub sowohl den Kunden als auch den Plattenfirmen gegenüber, einige nutzten die Erfahrungen und Kontakte aus der Plattenladenwoche, um das ganze Jahr hindurch Events zu veranstalten. Die GfK konnte im Vergleich zur Vorwoche ein zehnprozentiges Umsatzplus messen.

Es sollte jedoch nicht bei einem Strohfeuer bleiben: In den Folgejahren wuchs die Zahl der teilnehmenden Händler ebenso wie die Zahl der Events, das bereits für tot erklärte Format Vinyl wies ab 2009 jährlich stabile Wachstumsraten im zweistelligen Prozentbereich auf. 2011 fing die Plattenladenwoche an, sich selbst ein wechselndes Schwerpunktthema zu wählen. 2012 stellte die Kampagne auf eine „echte Woche“ von Montag bis Sonntag um, im selben Jahr verlieh die Deutsche Phono-Akademie dem AMM als Organisator der Plattenladenwoche den ECHO als „Handelspartner des Jahres“. Und spätestens 2014, als die Kampagne zum Schwerpunktthema „Rock“ mit Bela B. erstmals einen offiziellen Botschafter ernannte, war das Thema Vinyl auch kein nerdiges Nischenthema mehr.

Was die Plattenladenwoche nie wollte: die Zeit zurückdrehen. Die Plattenläden von heute sind moderne Einzelhandelsunternehmen, die meisten mit eigenen Webshops, viele aktiv im Social Web – und alle mit fachmännisch kuratierten Musiksammlungen in den eigenen Plattenregalen. Denn von zwei Dingen kann man auch im Smartphone-Zeitalter nie genug haben: Leidenschaft und Kompetenz.

Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2018, und die Plattenladenwoche findet zum zehnten Mal statt. Selbstverständlich ist das immer noch nicht: Der deutsche Musikmarkt setzt jetzt zwar wieder rund 1,6 Milliarden Euro um, in den Sommermonaten jedoch, die traditionell physisch schwächer sind, übersprang der Marktanteil des Digitalen die 50%-Marke. Allerdings: Es werden inzwischen jedes Jahr wieder deutlich über drei Millionen Schallplatten verkauft, ein Marktanteil von 4,6%.

Darauf lässt sich aufbauen.

Plattenladenwoche X
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